

1. Biodiversität und Stabilisierung des Ökosystems
2. Mischkulturen
3. Biokohle - Klimafarming
4. Ökologisierung im Obstbau
5. Klima- und Ökologiebilanzierung
6. Beratung
7. Geräteentwicklung (Landmaschinen, Energietechnik,
Messgeräte)
8. Mediatisierung (Filmproduktion, Verlag)

Untersuchung der Interaktion von Flora und Fauna im Ökosystem Weinberg sowie deren agro-botanische Beeinflussung zur Stabilisierung des Ökosystems.
1.1 Weinbergsbegrünung für Unterstock, Interlinie, Saumzone
- Saatmengen und Mischungen
- Bodenvorbereitung, Aussaattechnik
- Entwicklung der Bodenfruchtbarkeit, Bodenaktivität, des Wasserhaushaltes
- Nährstoffbilanz
- Unterhalt: mulchen, walzen, pflügen, ohne Unterhalt
1.2 Bodenfruchtbarkeit
- Vergleich: Komposte mit unterschiedlichem Ligningehalt
- Beeinflussung des F:B – Verhältnisses durch BRF, Kompost, Kompostextrakte,
Begrünung
- NH4-Verfügbarkeit durch Beeinflussung des F:B - Verhältnisses
- Nährstoffbilanzierung
- Strategien für Jungfeld: BRF-Bedeckung, Hacken, Leguminosen
1.3 Strukturelle Biodiversität
- Auswahl von Büschen und Bäumen mit symbiotischer Verbindung
zu Weinpflanzen
- Untersuchung des Einflusses auf Insekten und Vogelpopulation
- Überprüfung der Kompatibilität der Wurzelunterlagen mit Weinbau
1.4 Pflanzenschutz [Changins, KTI-Projekt]
- Herstellung, Zubereitung, Test von Pflanzenpulvern
- Vergleich verschiedener Spritzstrategien (Zeitpunkt, Zusammenstellung, Kontaktmittel,
systemische Mittel)
- Spritzvergleich traditionell Bio, Toxizitätsprüfung,
- Entwicklung, Erprobung weiterer alternativer Pflanzenschutzstrategien (Milch,
Heliosol, Karbonate, AQ10)
1.5 Kompostextrakte
- Herstellung verschiedener Kompostextrakte, Bestimmung der mikrobiellen Population
- Pflanzenschutzversuche bei Komplettbehandlung
- Umfassendes Monitoring: Erhebung der Wirksamkeit, Abbaubarkeit der Produkte
- Bodenaktivierung
1.7 Bienen im Weinberg [Uni Würzburg]
- Reduktion des Traubenwicklerbefalls durch Bienen
- Favorisierung der Biodiversität und Sekundärkulturen
- Strategien für Honigproduktion im Weinberg
- Risikoanalyse
- Vulgarisierung
Die Anlage von Mischkulturen trägt zur Erhöhung der Biodiversität in der landwirtschaftlichen Produktion bei, minimiert den Schädlingsbefall und sorgt damit für die Reduktion von Pflanzenschutzspritzungen. Zudem lässt sich durch Mischkulturen die begrenzte landwirtschaftliche Nutzfläche viel effizienter für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion nutzen, was nicht zuletzt auch ökonomische Anreize für die Landwirte schafft. Ziel ist die Entwicklung nachhaltiger Strategien zum Einsatzes von Mischkulturen im Wein- und Obstbau, die wir aufgrund unserer weitflächigen Beratungstätigkeit in verschiedenen Betrieben sowohl in der Schweiz als auch im Ausland umsetzen werden.
- Interline-Cropping mit Obst, Gemüse, Aromakräutern, Lauchpflanzen,
Blumen
- Entwicklung von Sekundärkulturen (Obstbäume, Büsche, Blumen,
Honig, Kompost, Biokohle, Energiepflanzen, C-Sequestrierung)
- Bewertung der ökologischen und ökonomischen Interessen (Pflanzenschutz,
Erntezeitpunkt, Bewässerung, Düngung)
- Entwicklung von Vermarktungsstrategien für Sekundärkulturen: Biokorb
in Kollaboration mit anderen Landwirten
- Pflege und Schutz alter Sorten und Arten (Wiedereinführung von Weinbergspfirsich)
3.1 Biokohle Netzwerk
- Produktion der Biokohle [Delinat, La Coulette] - Technische Realisierung, Energieeffizienz, Ökobilanz, Wirtschaftlichkeit
- Qualität der Biokohle [IVV, CSI, Glaser] - Elementare Zusammensetzung in Abhängigkeit von Ausgangsmaterial, Pyrolysetemperatur, Sauerstoffzufuhr
- Risiko-Evaluierung [IVV] - Emissionskontrolle, Untersuchung auf persistente organische Schadstoffe, Biomasseverfügbarkeit, Stofffluss
- Stratifizierung von Kompost [CSI] - Kompostentwicklung durch Zugabe unterschiedlicher Biokohlemengen zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Kompostierung; Nährstoffbindung; mikrobiologische Entwicklung; Emissionsverhalten
- Physikalische Bodenwirkung [CSI, Glaser, Lullier] - Nährstoffverfügbarkeit und -Bindung; Einfluss auf NO2 Emissionen des Bodens; Bodenverteilung der eingetragenen Biokohle; Wasserspeicherkapazität in verschiedenen Nutzböden und Klimazonen
- Biologische Bodenwirkung [Delinat] - Entwicklung der biologischen Bodenaktivität; Humusaufbau; Aktivität von Würmern, Mykorrhizae, Nematoden, bakteriologische Hotspots
- Persistenz im Boden [Glaser, CSI] - Verweildauer; Dekomposition; Solubilisation; Strukturveränderung; Evaluierung des Kohlenstoffsenken-Potentials in Abhängigkeit von Boden und Klima
- Pestizidbindung durch Biokohle (Hilber) - Pestizidprofil verschiedener Weinbergs- und sonstiger ldw. Böden; Bindungskapazität (Cu, OCP); Pufferung; Auswaschung; mikrobiologische Auswirkung
- Auswirkung auf Pflanze und Ernte (IVV) - Bodenfruchtbarkeit; Pflanzengesundheit; Ertragsentwicklung; Rückstandsanalyse; Aromatik; Nährstoffanalyse (Wein, Getreide, div. Gemüse, Apfelplantage)
- CO2-Zertifikate - Kontakt mit politischen Instanzen, Integration in Kyoto-Folgeprotokoll, Entwicklung von CO2-Anrechnungsmodellen
3.2 Reduktion der Lachgas-Emissionen
- Messung der Lachgasemissionen für verschiedene Böden
- Reduktion durch Begrünung und Begrünungsunterhalt (Rolojack)
- Reduktion durch pflanzliche Bodenlockerung
- Favorisierung der Bodenpilze
3.3. Entwicklungshilfe durch Klimafarming-Strategien (Fraunhofer-Institut)
- Entwicklung einer pragmatischen Bauanleitung eines HTC-Reaktors sowie
Nutzung der Produkte
- Kompostproduktion
- Land- und Klimaschutz durch Popularisierung von Agroforestry
Übertragung unserer agrobiologischen Erkenntnisse des ökologischen Weinbaus auf den Obstbau:
o Erhöhung der Biodiversität durch vielfältige Zwischenbegrünung
o Verbesserung der Bodenaktivität durch Gründüngung (Leguminosen)
und Komposte
o Begrünungsmanagement mit Rolojack
o Einsatz von Biokohle und Umsetzung des Klimafarmingkonzeptes auf Obstbau
o Anbau von Sekundärkulturen und Entwicklung eines Vermarktungskonzeptes
in Zusammenarbeit mit Weinbau (Anbau von Obst und Gemüse in jeder zweiten
Zwischenzeile: siehe 2. Mischkulturen)
o Förderung von Mischobstplantagen
o Förderung seltener, traditioneller Obstsorten
o Errichtung vertikaler Vielfalt durch Busch- und Stammobst
o Anpflanzung von Hochstammbäumen (Zusatzvalorisierung des Holzes, CO2-Speicherung
und Langzeitkultur)
o Pflanzlicher Pflanzenschutz (Pflanzenpulver, Pflanzenextrakte, Kompostextrakte
und Hilfspflanzen zur Anlockung von Nützlingen
o Aufstellung von Bienenstöcken
o Schaffung von ästhetischem Mehrwert (Marketing und Konsumentennähe)
Erstellung einer allgemein umfassenden Klima- und Ökobilanzierung für den Weinbau, auf dessen Basis eine allgemein landwirtschaftliche Erfassung erarbeitet werden kann. Ziel ist ein flexibles System, das Anreize zur Verbesserung schafft und ein Werkzeug zur Ökologisierung darstellt.
- Karbon-Footprint (CO2, CH4, N20 Emissionen, Energieintensität)
- Biodiversitäts-Footprint (Bodenaktivität, Pflanzenarten, Biomasse, Insektenarten)
- Bodenschutz (Stickstoff-, Phosphor-, Humussaldo), Bodenerosion, -verdichtung, Bodenaktivierung durch Kompost, Biokohle, Begrünung)
- Grundwasserbelastung
- Pflanzenschutzintensität (Toxizität der Pflanzenschutzmittel; Kupfer- und Schwefelreduktion, pflanzliche Pflanzenschutzmittel, Förderung der Widerstandfähigkeit und natürlichen Antagonisten)
- Agrobiodiversität (Förderung von Sekundärkulturen, Ausgleichsflächen)
- Landschaftspflege (Büsche, Bäume, Nektarwiesen, Brachen)
- Mechanisierung (Einschränkung der Passagen, Bodenbearbeitungen)
- Klimaneutralität (Carbonsink)
- Keller (natürliche Vinifizierung, SO2, andere Hilfsstoffe)
- Abpackung, Transport, Kommerzialisierung, lokale Märkte
Die Beratungstätigkeit wird sich zu Beginn vor allem an die Delinat-Winzer richten, um sie bei der Umsetzung der Forschungsresultate zu unterstützten. Zu diesem Zweck wird ein Beraterstab mit Lokalberatern in Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland aufgebaut. Ziel ist es, dank der so entstehenden Delinat-Mustergüter eine weite Ausstrahlung auch auf andere Winzer der jeweiligen Region zu gewinnen.
Das Beratungsangebot richtet sich auch an andere Weingüter, sowohl biologische, als auch konventionelle, die ihre ökologische Qualität zu verbessern suchen.
Einige Bereiche der Delinat Forschung besitzen eine hohe politische Relevanz. Die gewonnenen Expertisen sollen auch für die Beratung der entsprechenden Bundesämter für Umwelt, Landwirtschaft und Energie zur Verfügung stehen.
In den Bereichen Pflanzenschutz, Bodenregenerierung, Klimafarming, Landschafts- und Artenschutz kann das Delinat-Institut auch für andere Unternehmen beratend tätig werden.
- Mit dem Rolojack hat die Delinat Forschung bereits eine Landmaschine entwickelt und deren Produktion in Gang gebracht. Dank des Rolojacks kann die Begrünung im Obst- wie Weinbau auf gänzlich neue Art zur Bodenunterhaltung beitragen und zugleich die Lachgasemissionen erheblich reduzieren. Der Rolojack ist die konsequente Weiterentwicklung der Begrünungsstrategien mit Leguminosen. (www.rolojack.com)
- Es wurde ein Rotationsfass aus Beton entwickelt, für das zwar keine Patentrechte mehr geltend gemacht werden können, an deren Produktion wir aber trotzdem beteiligt sind.
- Entwicklung eines Spritzgerätes auf Basis verdichteter Luft, wodurch die Lärmbelastung bei Pflanzenschutz erheblich eingeschränkt, die Spritzqualität gesteigert, das Maschinengewicht reduziert wird.
- Eine Reihe weiterer Entwicklungen in den Bereichen Pyrolyse, Bodenbearbeitung, Bodenanalyse sowie Dünge- und Pflanzenschutzmittel befinden sich im Ideenstadium.
- Das Institut beteiligt sich an der Entwicklung von Kleinwindkraftanlagen (bis 9 KW/h) und installiert drei erste Pilotanlagen in Ayent.
- Das Institut unterstützt in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut
die ökologische Entwicklung in Entwicklungsländern u.a. durch Entwicklung
von Kleinmaschinen zur hydrothermalen Karbonisierung (HTC).
Delinat ist Koproduzent des Dokumentarfilms von Renaud Arrighi und Pascal Obadia
„BIO 2.0“. Der Film wird in alle Hauptsprachen übersetzt und
auf verschiedenen Fernsehsendern ausgestrahlt. Der Film wird auf Filmfestivals
präsent sein und auf DVD in den Handel gelangen.
Das Institut wird als Herausgeber des Ithaka-Journals fungieren.
Fachliteratur über die Forschungsergebnisse des Institutes sowie Bildbände
über die Ökologisierung werden über den Institutsverlag veröffentlicht.