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Das Delinat-Institut forscht an den Grundlagen für eine klimapositive Landwirtschaft mit hoher Biodiversität. Das Labor der Forschungsstiftung liegt inmitten seines eigenen Walliser Weinguts. Praxisnah werden hier Methoden und Strategien für einen ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Qualitätsweinbau entwickelt.

Nur durch gezielte Förderung der biologischen Vielfalt können landwirtschaftliche Ökosysteme wieder hinreichend stabilisiert werden. Anstatt mit Pestiziden und synthetischen Düngemitteln die Selbstregulierungskräfte zu schwächen, müssen die natürlichen Kräfte so stimuliert und gesteuert werden, dass die Natur selbst die Arbeit des Landwirts unterstützen kann. Die Landwirtschaft könnte bei gleicher oder sogar höherer Produktivität einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz wie auch zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. Doch braucht es dafür ein Umdenken in einigen zentralen Prinzipien der heutigen Bewirtschaftungsformen.

Die Forscher des Delinat-Instituts halten keine Wahrheiten in der Hand und irren bei aller wissenschaftlichen Sorgfalt öfter, als es der Sehnsucht nach verlässlichen Wahrheiten entgegen kommen mag. Ihre Arbeit aber fusst auf dem unerschütterlichen Willen, die menschliche Intelligenz nicht als Waffe gegen sich selbst zu richten, sondern als Aufruf zu verstehen, sich für die nachhaltige Entwicklung der Lebensräume einzusetzen.

Netzwerk aus Querdenkern
Das Delinat-Institut beschäftigt knapp zehn Mitarbeiter. Unter ihnen sind ein Biologe, ein Winzer, ein Umweltingenieur, ein Gärtner, ein Ökologe, ein Agronom und ein Philosoph. Sie alle zeichnet aus, sich nicht lediglich auf ihr Fachgebiet spezialisiert zu haben, sondern wie jeder Teil eines Ökosystems mit den verschiedenen Gebieten der anderen vernetzt zu sein.

Auf den landwirtschaftlichen Flächen des Institutes von knapp fünf Hektar werden nicht nur die meisten Versuche durchgeführt, sondern auch Wein, Gemüse, Obst, Heilkräuter und Honig produziert. Das umfassende Gesamtkonzept reicht von Bodenaktivierung und Karbonsequestrierung über die Ökostabilisierung durch Biodiversität und Mischkulturen bis zur Erprobung intelligenter Stoffkreisläufe und alternativer Bio-Energieproduktion.

Am Institut werden Praktikanten sowie Diplom- und Promotionsarbeiten betreut. Zudem stehen Arbeits- und bald auch Laborplätze und Unterkünfte für Gastwissenschaftler zur Verfügung. Einbezug der Öffentlichkeit. Die am Delinat-Institut gewonnenen Erkenntnisse werden durch Lehre, Beratung, Publikationen und Medienauftritte den interessierten Fachkreisen, aber auch der breiten Öffentlichkeit vermittelt. In den Weinbergen des Instituts können Besucher an regelmässigen Führungen teilnehmen und dabei die Möglichkeiten und Perspektiven einer ökologisch nachhaltigen, klimaneutralen Landwirtschaft mit hoher Artenvielfalt erleben und nachvollziehen.

Das Delinat-Institut wurde von Karl Schefer und seiner Firma Delinat AG als gemeinnützige Stiftung gegründet. Wir danken Delinat für die großzügige Unterstützung unseres Institutes, durch die wir einen Großteil unseres Budgets abdecken können und eine beneidenswerte wissenschaftliche Freiheit gewinnen. Dank der engen Zusammenarbeit mit der Firma Delinat wird uns zudem die geradezu einmalige Gelegenheit zuteil, nicht nur hochspezialisierte Versuche im Labormaßstab durchzuführen, sondern zeitnah die entwickelten agroökologischen Konzepte auf über 100 Partnerweingüter zu übertragen und damit tatsächlich zu einem ökologischen Wandel beizutragen. Die Firma Delinat, die schon seit 1980 konsequent auf die Förderung des biologischen Weinbaus setzt, hat mir ihrem ökologischen Engagement und wirtschaftlichem Geschick entscheidend zum Erfolgszug biologischer Qualitätsweine in Europa beigetragen. Heute gehört Delinat mit ihrem rein biologischen Weinsortiment zu den erfolgreichsten Weinhändlern Europas.

Um ein Ökosystem zu verstehen, müssen wir, gerade als Wissenschaftler, wieder lernen, das Ganze über das Detail zu stellen. Erst im Blick für
das Ganze gewinnt auch das Detail seine Bedeutung. Die Natur, wer sonst, ist unsere Lehrmeisterin.